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Schule der Biophilie

Die Neuweiler Waldschule ist die erste Modellschule für eine an der Biophilie orientierte Erziehung und Bildung

Mit dem Begriff Biophilie bezeichnete der Sozialpsychologe Erich Fromm (angelehnt an Albert Schweitzers Ehrfurcht vor dem Leben) die Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Was er damit meinte, ist die Förderung des Wachstums von allem Lebendigen – von Menschen, Pflanzen, Tieren oder auch Ideen im Sinne der Biophilie… Ermöglicht wird dies durch eine bestimmte Art des Bezogen-Seins und Miteinanders, das möglichst von früh an und fortwährend geübt werden muss. 

 

Zugleich bedeutet das auch, vieles von dem erst einmal (wieder) wirklich wahrnehmen zu können, was wir heute – weil gewohnt oder vermeintlich unveränderlich – als selbstverständlich hinnehmen: Die drastischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte im Zusammenhang mit der Globalisierung und der Pluralisierung der Gesellschaft, die veränderten Leitideen und Zielvorstellungen, Normen und gelebten Werte, die immer größer werdende soziale Ungleichheit, der Populismus, die zunehmende Gleichgültigkeit, soziale Kälte und Depression, Gewalt und Kriminalität, die Flucht in die Sucht oder den Suizid… Zudem der fortschreitende Klimawandel, die Umweltverschmutzung, das Wald- und Insektensterben, die Massentierhaltung, die Pandemien, die immensen Entwicklungen im digitalen und Medienbereich sowie dem entsprechend veränderten Lern- und Freizeitverhalten. Dies alles stellt uns als Gesellschaft vor gewaltige Aufgaben. 

Doch obwohl menschliches Wissen und technische Möglichkeiten immer größer werden und wir die Gefahren, die davon ausgehen, ja zumindest erahnen, gelingt es doch nicht, an all dem wirklich grundlegend etwas zu ändern. Warum?

Bei dieser Frage setzt das Projekt an… 

 

Veränderung kann erst gelingen, wenn wir beginnen, all diese Selbstverständlichkeiten im Hinblick auf uns selbst, unser menschliches Miteinander, die Natur und die (von uns ja immer bewusst oder auch unbewusst mitbewirkte) Wirklichkeit zu hinterfragen; wenn wir beginnen, in Theorie und Praxis Alternativen zu entwickeln – so die zugrunde liegende Annahme von Initiatorin Anke Raidt. 

 

Es geht also darum, jetzt und hier anzufangen, jene Dinge und Umstände, die eigentlich so ganz offensichtlich verkehrt laufen, im eigenen Alltag nach und nach kritisch und hoffnungsvoll, kreativ und verantwortlich umzugestalten. Dazu werden immer auch Erfahrungen sowie ein Aushalten-Können von Rückschlägen, Widersprüchen und Grenzen gehören. Vor allem braucht es dazu eine Bildung, die über die aktuelle Kompetenzenorientierung, den Effektivitäts- und Testwahn hinausgeht, eine Pädagogik, die alle Ebenen des Menschen (nicht nur die kognitive) anspricht. Denn wirklich begreifen heißt immer auch das eigene Fühlen, Wollen und Handeln zu entwickeln und verstehen zu lernen, wie etwas geworden ist und dass eben nicht alles unabänderlich so sein muss, wie es ist. 

Gerade deshalb sind es in erster Linie die Fragen und nicht die Antworten, die das Wesen des Menschen ausmachen; all jene z. T. drängenden Fragen, die uns selbst, unsere Mitwelt und die Wirklichkeit betreffen. Fragen, über die wir miteinander beständig in einem echten Gespräch bleiben müssen, um diese Realität und das Fremde, andere verstehen zu können und um miteinander zu erleben, wie ein friedliches, demokratisches und wertschätzendes Miteinander funktioniert.

 

Die kleine Schulgemeinschaft der Waldschule hat sich nun in diesem Sinne auf den Weg gemacht. Auch wenn es etwas gedauert hat, konnte das mit dem mittlerweile pensionierten Schulleiter Wolfgang Rapp bereits angedachte und später u. a. aufgrund der Corona-Situation noch einmal verschobene Praxisprojekt Schule der Biophilie dann im Frühsommer endlich starten.

 

Auf Einladung der ehemals kommissarischen Schulleiterin Maren Seifert hatte Lehrerin Anke Raidt dem Waldschulkollegium zuvor ihr Forschungsprojekt und ihren Ansatz einer biophilen Erziehung und Bildung vorgestellt, wozu sie an der Universität Duisburg-Essen forscht. Mittlerweile ist Frau Raidt für die Beschulung der ukrainischen Kinder an die Waldschule abgeordnet und ihr weiterer Einsatz gilt nun der schrittweisen Umsetzung des Vorhabens mit dem Kollegium sowie der entsprechenden Weiterbildung. Aus ihrer in den vergangenen Jahren entwickelten Projektidee Schule der Biophilie wird jetzt immer mehr ein auf Menschen, Waldschule und Umfeld zugeschnittenes gemeinsames handelnd-veränderndes Praxisprojekt – eine WALDSchule der Biophilie

 

Nach dem einstimmigen Kollegiumsentscheid im Frühjahr wie auch dem einstimmigen Schulkonferenzbeschluss im November wird die Waldschule nun als erste Modellschule für eine biophil angelegte Pädagogik von der Universität Duisburg-Essen und der Erich-Fromm-Gesellschaft in Tübingen wissenschaftlich begleitet und unterstützt.

 

Im Zentrum der pädagogischen Arbeit und des schulischen Miteinanders steht dabei eben diese gemeinsame Entfaltung der Liebe zum Leben und allem Lebendigen – als Ansatzpunkt und Richtziel: Es geht darum, in einem wertschätzenden, achtsamen, kritischen, aber auch hoffnungsvollen Miteinander von Jung und Alt gemeinsam aufmerksam wahrzunehmen, was ist und jenseits von („gut gemeinter“) Manipulation, Begriffe, Bilder, eigene Überzeugungen und gemeinsame Visionen entwickeln zu können. Dazu braucht es das fortwährende echte Gespräch, aber bspw. auch Wege, das was nicht oder nur schwer in Worte zu fassen ist, auf andere Art erfahren zu können und ausdrücken zu lernen. 

Von früh an benötigen wir nicht nur vertrauensvolle Beziehungen und Orientierung, sondern auch die Möglichkeit, echte Beteiligung zu erfahren und dabei zu erleben, dass wir etwas Sinnvolles bewirken können und die eigene Stimme gehört wird. Und zwar auch dann, wenn sie ggf. von der herrschenden Meinung abweicht. 

 

„Die wichtigste Vorbedingung für die Entwicklung der Lebensliebe beim Kind ist [dabei nach E. Fromm (1964)], dass es mit Menschen zusammenlebt, die das Leben lieben” – eine Herausforderung und bedeutende Aufgabe, vor allem auch für uns Eltern, Erzieherinnen und Erzieher wie auch Lehrerinnen und Lehrern. (Text und Bilder: Anke Raidt)

 

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